Carbiocial

Kohlenstoffsequestration, Biodiversität und soziale Strukturen in Südamazonien: Modelle und Umsetzung von Kohlenstoff optimierenden Landnutzungsstrategien


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Leitung: Prof. Dr. Gerhard Gerold (im Ruhestand)
E-Mail: ggerold@gwdg.de
Institution: Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Geowissenschaften und Geografie, Abteilung Landschaftsökologie, Goldschmidtstraße 5, 37077 Göttingen
Projektwebseite: https://www.uni-goettingen.de/de/research+area/212286.html
Fördersumme: 6,7 Millionen Euro
Laufzeit: Juni 2011 bis September 2016


 

Untersuchungsgebiet des Projekts Carbiocial

Untersuchungsgebiet Projekt Carbiocial

DLR Projektträger

Untersuchungsgebiet

Südamazonien (Brasilien): Novo Progresso (Pará), Sinop und Campo Verde (Mato Grosso), entlang der Bundesstraße BR-163. Regenwald und Savanne (Cerrados).

Hintergrund

Amazonasregenwälder global eine der größten Kohlenstoffspeicher sowie Biodiversitäts-Hotspot. Abholzung, Soja- und Weideexpansion, Agrarmärkte, Landdegradierung, Biodiversitätsverlust, Klimawandel und Bevölkerungsdruck.

Ziele

Nachhaltige Landnutzung mit Hilfe eines Entscheidungsunterstützungsinstruments etablieren, um Klima und Naturressourcen zu schützen und zum menschlichen Wohlbefinden beizutragen.

Hauptergebnisse

Unterschiede im Bodentyp beeinflussen die Kohlenstoffbestände im Boden mehr als verschiedene Landnutzungstypen. Direktsaatsysteme und Weiden erhöhen jedoch langfristig den Kohlenstoff im Boden. Unterschiede in den Streuzersetzungsraten der verschiedenen Landnutzungssysteme basieren auf der Streuqualität. Die Zugabe von lokalen organischen Abfällen (alle 2 - 3 Jahre) aus der Industrie kann organischen Kohlenstoff deutlich vermehren und die Bodenqualität verbessern. Die Bodenfauna beschleunigt die Streuzersetzung, unabhängig von Streutyp, Landnutzung, Jahreszeit oder Region. Lokale Bauern haben Wissensbedarf und sind motiviert auf nachhaltige Landnutzung umzustellen, wenn Existenzgrundlagen und Lebensstandard sich dadurch verbessern. Möglichkeiten und Akzeptanz sind eingeschränkt durch strenge Umweltgesetze, fehlende Kreditzugänge und Landtitel sowie den Druck der Märkte.

Handlungsempfehlungen

Eine nachhaltige Landwirtschaft mit geringer Bodenbearbeitung, Direktsaat zu bestimmten Terminen und Fruchtfolgen, statt einförmigem Soja- und Maisanbau, schont die Ökosystemleistungen. Fruchtfolgen mit Gräsern (Viehfutter) oder mit Hirse und Hülsenfrüchtlern zur Stickstoffanreicherung sind zu empfehlen. Die Zufuhr von Biomasse erhöht deutlich den organischen Kohlenstoff im Boden. Biomassetyp und Zufuhrmethode sind nicht entscheidend. Es kann auf lokal verfügbares Abfallmaterial zurückgegriffen werden. Das entwickelte Entscheidungsunterstützungsinstrument (Carbiocial Browser) sollte genutzt werden, wenn die Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen geplant ist, um Ernteerträge und negative Auswirkungen auf Boden und Treibhausgasemissionen zu bewerten. Forschungsergebnisse könnten in den nationalen Klimaplan einfließen, da dieser die Landnutzung stark beeinflusst, zum Beispiel für Kreditlinien bei emissionsmindernder Landnutzung und zur Regulierung des Zugangs zu Land und Naturressourcen.