SuMaRiO

Nachhaltiges Management von Flussoasen entlang des Flusses Tarim, China


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Leitung: Prof. Dr. Markus Disse
E-Mail: markus.disse@unibw.de
Institution: Technische Universität München, Lehrstuhl für Hydrologie und Flussgebietsmanagement, Arcisstr. 21, 80333 München
Fördersumme: 8,1 Millionen Euro
Laufzeit: März 2011 bis Mai 2016


 

Untersuchungsgebiet Projekt SuMaRiO

Untersuchungsgebiet Projekt SuMaRiO

DLR Projektträger

Untersuchungsgebiet

Nordwesten Chinas, Tarimfluss und Einzugsgebiet mit Nebenflüssen. Hocharide Region, die am weitesten weltweit von einem Ozean entfernt ist.

Hintergrund

Tarim-Becken wichtigster Standort für Baumwollanbau in China. Ausweitung des Anbaus, Bewässerung mit Flusswasser, Wasserübernutzung, Landdegradierung, Nahrungsmittelknappheit und Naturschutzkonflikte.

Ziele

Entwicklung eines nachhaltigen Oasenmanagements, das menschlichen Ansprüchen und der Umwelt gerecht wird.

Hauptergebnisse

Die Klimaprognosen zeigen, dass sowohl Temperatur als auch Niederschlag in der Region steigen werden. Größeren Einfluss auf die Umwelt hat allerdings die Landnutzung. Die Übernutzung des Fluss- und Grundwassers führt zur Bodendegradierung, -versalzung und Wüstenbildung. Freifließende Bedingungen des Flusses sind wesentlich für die Ökosystemfunktionen und -leistungen. Auwälder und die seltene Euphratpappel sind gefährdet durch Mangel an Überflutungen (verhindert durch Staudämme). Die aquatische Artenvielfalt im Unterlauf ist sehr gering, da Kies und Totholz als Lebensraum und Nahrung fehlen und die Wasserqualität gering ist. Die Reduzierung der Ackerflächen in den Oberläufen verbessert die Wasserverfügbarkeit im mittleren und unteren Bereich. Während Baumwolle risikoreich und zukünftig am wenigsten rentabel sein wird, gewinnt der Anbau von einheimischen trocken- und salztoleranten Nutzpflanzen an Bedeutung.

Handlungsempfehlungen

Mit Hilfe der Entscheidungsunterstützungsinstrumente für eine nachhaltige Landnutzung können Bewässerung, Drainage und Überflutungen optimiert werden. Langfristig sind die Kosten für den Schutz der Ökosystemfunktionen und -leistungen tragfähiger als die Investitionskosten für den Schadensausgleich durch intensive Landnutzung. Das Konzept der Ökosystemleistungen müsste daher stärker in die regionale Planung integriert werden. Die Wasserressourcen (Grundwasser und Flusswasser) sollten effizienter verteilt werden. Landwirtschaftliche Technologien, die Wasser sparen und den Salzgehalt kontrollieren, sowie salztolerante Nutzpflanzen sind zu bevorzugen. Die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und damit der Wasserverbrauch sollte begrenzt werden. Die Auwälder können durch eine kontinuierliche und ausreichende Wasserversorgung geschützt werden. Sie erhöhen die Menge an Treibholz und Blättern im Fluss und die Artenvielfalt. Eine deutliche Erhöhung der Wasserpreise ist nötig, um eine höhere Wassernutzungseffizienz zu erreichen. Es wird empfohlen, ein Bewusstsein für Wasserverluste, Versalzung und Bodendegradierung in der Bevölkerung zu schaffen.