KULUNDA

Wie verhindert man die nächste "Global Dust Bowl"? – Ökologische und ökonomische Strategien zur nachhaltigen Landnutzung in russischen Steppen: Ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel


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Leitung: Prof. Dr. Manfred Frühauf
E-Mail: manfred.fruehauf@geo.uni-halle.de
Institution: Martin Luther University Halle-Wittenberg, Institut für Geowissenschaften und Geographie, Von Seckendorff-Platz 4, 06120 Halle
Projektwebseite: www.kulunda.eu
Fördersumme: 3,3 Millionen Euro
Laufzeit: Oktober 2011 bis Mai 2017


 

Untersuchungsgebiet Projekt KULUNDA

Untersuchungsgebiet Projekt KULUNDA

DLR Projektträger

Untersuchungsgebiet

Russland, Kulunda-Steppe in der Altai-Region (Sibirien). Waldsteppe, Hochgras-Steppe und Trockensteppe, kontinentales Klima.

Hintergrund

Postsowjetischer sozioökonomischer Wandel, weltweit steigende Nachfrage nach Getreide, hohe Marktpreise. Intensivierung der Landnutzung, Bodendegradierung (Erosion), Klimawandel, Abwanderung aus ländlichen Gebieten.

Ziele

Strategien zur nachhaltigen Landnutzung entwickeln, gegen Bodenerosion und Landflucht, für mehr Erträge und verbesserten Klimaschutz.

Hauptergebnisse

Das Projekt sammelte Daten zu den Wasser-, Stoff- und Kohlenstoffflüssen und zu Ursachen der Bodendegradierung, insbesondere der fruchtbaren Schwarzerde. Die intensive Landnutzung verursacht eine starke Fragmentierung der Vegetation und den Verlust der genetischen Vielfalt. Durch Felduntersuchungen und Simulation von Landnutzungsänderungen und deren Auswirkungen auf den Kohlenstoffkreislauf wurden Bodenbearbeitungsverfahren ermittelt, die das Klima schützen, den Wasserhaushalt verbessern und Bodenfruchtbarkeit und -aggregate erhöhen. Geeignete Verfahren sind keine beziehungsweise minimale Bodenbearbeitung, Direktsaat, Mulchsaat, die exakte Verteilung von Düngern und Fruchtwechsel. Ein Sensor-gestütztes Düsen-System zum effizienteren Aufbringen von Pflanzenschutzmitteln (AmaSpot) wurde entwickelt. Versuche zur Revitalisierung von geschädigten Steppenarealen wurden durchgeführt. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zum Entwicklungsprogramm "Altai Krai 2025".

Handlungsempfehlungen

Eine nachhaltige Landnutzung erfordert Methoden, die die Bodenbearbeitung minimieren und die Natur mehr schützen. Diese verbessern die Wasserspeicherkapazität, schützen das Klima (mehr Kohlenstoffbindung im Boden), minimieren das Risiko für Bodenerosion und stabilisieren die Bodenfruchtbarkeit. Erträge bleiben gleich oder erhöhen sich sogar. Die Rentabilität für die Betriebe wird höher mit den geprüften nachhaltigen Systemen, weil weniger Saatgut und Diesel für die Bodenbearbeitung gebraucht wird. Das gesparte Geld kann in neue bodenschonende Sämaschinen investiert werden. Beratungsdienste sollten besser ausgestattet und aufgebaut werden, damit die Anpassung an die neuen Technologien stattfinden kann. Der Kapazitätsaufbau ist wichtig, um die schonenden Anbauverfahren bekanntzumachen. Nachhaltige Betriebsmodelle sollten die Arbeitswirtschaft und den Kostenanfall berücksichtigen.